Eine Wohnung ohne Makler zu vermieten ist realistisch – und für viele Eigentümer wirtschaftlich sinnvoll. Seit dem Bestellerprinzip trägt der Vermieter die Provision selbst. Bei zwei Nettokaltmieten zuzüglich Mehrwertsteuer entstehen schnell über 2.000 Euro Kosten.
Die entscheidende Frage lautet daher nicht, ob es möglich ist, sondern wie strukturiert du vorgehst. Der größte Hebel liegt dabei in der Organisation der Besichtigungen.
Warum viele Vermieter selbst vermieten
Bei einer Kaltmiete von 900 Euro ergeben sich folgende typische Maklerkosten:
- 2 Nettokaltmieten: 1.800 Euro
- zzgl. 19 % MwSt.: 342 Euro
- Gesamtkosten: 2.142 Euro
Für diese Summe übernimmt ein Makler Exposé, Kommunikation, Besichtigungen und Vorauswahl. All diese Schritte lassen sich mit guter Vorbereitung auch eigenständig abbilden.
Der zeitintensivste Teil ist dabei nicht das Inserieren oder der Mietvertrag, sondern die Koordination der Besichtigungstermine.
Vorbereitung: Diese Unterlagen brauchst du
Eine strukturierte Vorbereitung spart Zeit und reduziert Rückfragen.
Energieausweis (Pflicht)
Ohne gültigen Energieausweis darf weder inseriert noch besichtigt werden. Die Beantragung sollte frühzeitig erfolgen.
Exposé
- Größe, Zimmerzahl, Baujahr
- Kaltmiete, Nebenkosten, Kaution
- Ausstattungsmerkmale
- Mindestens ein Foto pro Raum
- Grundriss und Lagebeschreibung
Mieterselbstauskunft
Ein vorbereitetes Formular mit Angaben zu Beruf, Einkommen, Einzugstermin und Haushaltsgröße erleichtert die Vorauswahl.
Besichtigungstermine planen: Einzel oder Sammeltermin?
Sobald die Anfragen eingehen, entscheidet das Format über den Zeitaufwand.
Einzeltermine
- Sinnvoll bei geringer Nachfrage
- Mehr persönlicher Austausch
- 20–30 Minuten pro Termin
Sammelbesichtigungen
- Effizient bei hoher Nachfrage (20+ Anfragen)
- Mehrere Interessenten pro Zeitfenster
- Deutlich geringerer Gesamtaufwand
Bei hoher Nachfrage ist die Sammelbesichtigung in der Regel organisatorisch überlegen und reduziert No-Shows.
Die Besichtigung professionell durchführen
Der Eindruck vor Ort beeinflusst die Entscheidung maßgeblich.
Vorbereitung der Wohnung
- Gründlich reinigen und aufräumen
- Gut lüften
- Für ausreichend Licht sorgen
- Angenehme Raumtemperatur herstellen
Strukturierter Ablauf
- Kurze Einführung mit Eckdaten
- Geführter Rundgang
- Raum für Fragen
- Hinweis auf weitere Schritte
Bereite dich auf typische Fragen zu Nebenkosten, Lärmsituation oder Einzugstermin vor. Transparenz schafft Vertrauen.
Mieterauswahl: Sorgfalt vor Schnelligkeit
Nach den Besichtigungen folgt die strukturierte Prüfung.
- Mieterselbstauskunft vollständig?
- Gehaltsnachweise der letzten drei Monate
- Bonitätsauskunft
- Identitätsprüfung
Faustregel: Die Warmmiete sollte etwa ein Drittel des monatlichen Nettoeinkommens nicht überschreiten.
Ein kurzes Telefonat mit dem Vorvermieter kann zusätzliche Sicherheit bieten.
Wichtig ist eine zügige Entscheidung. Geeignete Bewerber haben oft mehrere Optionen.
Der größte Zeitfaktor: Terminkoordination
Klassische E-Mail-Abstimmungen erzeugen hohen Verwaltungsaufwand. Mehrere Nachrichten pro Interessent sind keine Seltenheit.
Ein Online-Buchungssystem vereinfacht diesen Schritt:
- Du definierst verfügbare Zeitfenster.
- Interessenten buchen selbstständig.
- Bestätigungen und Erinnerungen erfolgen automatisch.
Das reduziert Koordinationsaufwand erheblich und sorgt für Übersicht.
Spezialisierte Lösungen wie besichtigungstermine.com unterstützen diesen Prozess objektbezogen und ohne komplexe Einrichtung.
Fazit
Eine Wohnung ohne Makler zu vermieten ist organisatorisch beherrschbar. Mit klarer Vorbereitung, strukturierten Besichtigungen und sorgfältiger Auswahl lässt sich der Prozess professionell steuern.
Der größte Effizienzgewinn entsteht bei der Terminorganisation. Wer hier digital arbeitet, spart mehrere Stunden Aufwand und behält die volle Kontrolle über die Mieterauswahl.